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Smalltalk – Türöffner im internationalen Geschäft

Smalltalk ist eine soziale Kompetenz, die Karriere und Unternehmenserfolg beflügelt. In Asien und den arabischen Kulturen zum Beispiel kommt man erst miteinander ins Geschäft, wenn man sich kennt und vertraut. „Wenn man nicht miteinander spricht, wird man sich Feind“, sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Auch im britischen und amerikanischen Geschäftsleben gehört Smalltalk traditionell zum guten Ton.


Wozu Smalltalk?

Der Duden erklärt Smalltalk als „beiläufige Konversation“, das Oxford Advanced Dictionary als "conversation on everyday but not important topics" und das Webster Dictionary als "light or casual conversation“. In der Realität und erst recht im internationalen Business jedoch ist Smalltalk weder nebensächlich noch leicht.

Smalltalk hilft, einen ersten persönlichen Draht zu unbekannten Menschen aufzubauen. Er ebnet den Boden für tiefere Gespräche und vertrauensvolle, dauerhafte Geschäftsbeziehungen.

Am wichtigsten ist, dass Ihr Gesprächspartner sich wohl fühlt. Also: Demonstrieren Sie ihm Ihre Wertschätzung. Vermeiden Sie alles, was ihn unangenehm berühren könnte. Und vor allem: Hören Sie zu. Zuhören und den anderen zum Reden bringen, ist beim Smalltalk mehr als die halbe Miete.


Die schwere Kunst des leichten Gesprächs

„Viele Menschen tun sich beim Smalltalk so schwer, weil sie wissen, dass er leicht fallen soll“, erkannte schon der deutsche Dichter Johann Peter Hebel (1760–1826). Mit der leichten, aber nicht seichten Unterhaltung tun sich seine Landsleute heute noch oft schwer. Ähnlich ergeht es den Russen, Skandinaviern und Japanern. Doch selbst so geübte Unterhalter wie die Briten und Franzosen stoßen an ihre Grenzen, wenn ihre Gesprächspartner aus Kulturkreisen kommen, in denen andere Konventionen gelten.


Andere Länder, andere Gesprächsthemen

Worüber spricht man beim Smalltalk, worüber besser nicht? Die bekannteste Empfehlung heißt: Rede über das Wetter und nie über Politik, Sex und Religion. Safer geht Smalltalk nicht. Und man kommt damit in der Tat sehr weit: Das Wetter gibt weit mehr Gesprächsstoff ab, als manche meinen. Außerdem gibt es in jeder Kultur eine Fülle von unverfänglichen Themen.

Weil die Menschen und Kulturen nun einmal höchst verschieden sind, lautet der zweitwichtigste Rat im internationalen Business daher: Machen Sie sich mit der jeweiligen Kultur vertraut. Die Mühe lohnt. Sie gewinnen Ansehen, Vertrauen und verlässliche Partner – unschätzbare Vorteile im globalen Wettbewerb.


Heikle Smalltalk-Themen

Absolut tabu ist alles, was ethnischen, religiösen oder politischen Zündstoff bergen könnte. Über die Spannungen zwischen Griechen und Türken, Indien und Pakistan, zwischen China, Tibet und Taiwan, Japan und Korea, Esten und Russen, die Zypern- und Kurdenfrage, die ETA und IRA, ja sogar die EU, sind sich schon Freunde spinnefeind geworden. Wenn Sie sich Ihr Gegenüber zum Freund und Geschäftspartner machen wollen, dann sprechen Sie mit ihm über angenehmere Dinge als ausgerechnet über Mafia, Korruption, Menschenrechte oder Umweltzerstörung.

Ungeeignet sind alle Themen, die polarisieren können.

Selbst dann, wenn Ihre Gesprächspartner untereinander noch so gern heiße Eisen anfassen: Hüten Sie Ihre Zunge und stellen Sie Ihre eigenen Moral- und Wertvorstellungen zurück. Sympathie gewinnen Sie nicht mit Kritik und Überheblichkeit, sondern mit Feingefühl, Toleranz und Wertschätzung der anderen Kultur.


Übliche Smalltalk-Themen

Neben dem Wetter gehören zu den klassischen Smalltalk-Themen Gesundheit, Familie und Beruf – solange Sie Fragen und Auskünfte höflich-allgemein halten. Heben Sie sich Details, Persönliches oder gar Intimes und Unangenehmes lieber für Gespräche mit Freunden auf. Andersherum: Krankheit, Scheidung und Einkommen sind keine Eisbrecher, sondern machen das soziale Parkett zu Glatteis.

Zum Glück gibt es eine ganze Palette von Themen, mit denen Sie Ihren Geschäftspartner aus der Reserve locken und das Gespräch in Fluss halten können. Dazu zählen Reisen, Hobbys und Sport, Autos und Technik, Kunst, Kultur und Küche, Geschichte (sofern Sie sich auskennen und heikle Themen meiden), Film und Fernsehen, Mode und Trends.

Wenn Sie nun noch die Grundregel beachten, dass Ihr Gegenüber im (positiven!) Mittelpunkt des Gesprächs stehen sollte, dann kann fast nichts mehr schief gehen. Also: Berichten Sie nicht länglich von Ihren eigenen Reiseerlebnissen, Kenntnissen und Interessen. Zeigen Sie, dass die andere Kultur Sie interessiert. Loben Sie Heimat und Gebräuche Ihres Gesprächspartners, die Landschaft zum Beispiel oder auch die wirtschaftlichen Errungenschaften. Tun Sie es aber nie gönnerhaft.

Für aufrichtiges Lob und Komplimente sind alle Kulturen empfänglich. Allerdings mit ein paar Unterschieden. Während Amerikaner großzügig persönliche Komplimente austeilen, reagieren Skandinavier darauf misstrauisch. In arabischen Kulturen sind Komplimente über die Ehefrau tabu. Außerdem sollten Sie dort persönliche Besitzgegenstände – ein Bild, eine Vase oder was auch immer Ihnen noch so aufrichtig gefällt – nicht über den grünen Klee loben. Denn nach traditioneller orientalischer Höflichkeit fühlt man sich womöglich verpflichtet, Ihnen das Objekt Ihrer Bewunderung zu schenken. Auch in Thailand kann Ihnen das wider Willen passieren. Loben Sie lieber die Gastfreundschaft, das Essen, die Getränke.

In fast allen Kulturen (weniger in Japan, wo es eher förmlich zugeht) hilft Humor, das Eis aufzutauen – bevorzugt, wenn Sie sich selbst auf die Schippe nehmen. Wenn Sie gerne Witze erzählen, dann selbstverständlich nur solche, die weder politischer noch ethnischer oder religiöser Natur sind und nicht auf Kosten anderer gehen.

Nochmals: Sich vorher über die Kultur Ihres Geschäftspartners zu informieren ist eine große Hilfe. Das gilt schon bei einem scheinbar so unverfänglichen Thema wie Sport: Mit Fußball (Soccer) kann man in Deutschland, Großbritannien, Italien oder Argentinien Gespräche in Gang bringen und halten, nicht aber in den USA, Kanada und Australien. In Irland machen Sie Punkte, wenn Sie auf Gaelic Football zu sprechen kommen, in Spanien mit Stierkampf nur, wenn Sie sich positiv äußern. In Brasilien sollten Sie nicht gerade die Vorzüge des argentinischen Fußballteams, in Barcelona die von Real Madrid herausstreichen (und vice versa).


Die goldenste aller Smalltalk-Regeln

Beim Smalltalk geht es um das leichte (!) Gespräch. Darum, sich locker kennen zu lernen und Gemeinsamkeiten auszuloten. Lassen Sie es dabei. Der erste Eindruck zählt. Angenehm soll er sein, für beide Seiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Eine Vielzahl von Hinweisen und Anregungen zu vielen Themen der internationalen Business-Etikette, unterteilt nach Ländern und Kulturen, inden Sie (leider nur in englischer Sprache) auf der Internetseite ››http://www.executiveplanet.com.